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Die Bergische Kaffeetafel

Das kulinarische Highlight des Bergischen Landes hat mit einem überschaubaren Nachmittagskaffee weitaus weniger zu tun als mit einem üppigen Festmahl. Nichts für Anhänger des fast food!


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Dr. Susanne Krause

Magistra Artium (M. A.)


20. September 2010
Bild: (c) t.m.mueller / pixelio.de

Zwischen Wupper und Sieg

Die vierte Mahlzeit mit Kaffee im Bergischen Land blickt auf eine lange Tradition zurück. Zu besonderen Anlässen fanden sich Verwandte und Freunde gegen fünf Uhr nachmittags in der "Guten Stube" ein und warteten mit allem auf, was die Speisekammer hergab.

Im 19. Jahrhundert wurde es für die Städter der Umgebung Mode, im Bergischen Land zu wandern. Begeistert kamen diese nach vollendeter Tour auf das reichliche Speisenangebot dortiger Gastwirte zurück.

 

Vier am Tag

Für Außenstehende ist die willkürlich anmutende Zusammenstellung von herzhaften und süßen Speisen zunächst etwas befremdlich; nichtsdestotrotz ist die Tafel ein vielsagender Ausdruck bergischer Gastfreundlichkeit.

Eine präzise Vorgabe über Art und Darreichungsfolge der Speisen gibt es nicht. Grundsätzlich lautet die Regel, dass "gut und viel" gegessen werden muss: Es gibt Korinthenstuten, Milchreis mit Zimt und Zucker, Kartoffelpuffer, Rübenkraut, deftiges Schwarzbrot, Quark, Butter und Waffeln.

 

Herzen aus Teig

Bergische Waffeln sind auch unter dem Namen Herzwaffeln bekannt: Fünf im Kreis angeordnete Teigherzen werden frisch aus dem Waffeleisen und warm serviert. Dazu gibt es heiße Kirschen oder Rote Grütze mit Sahne.

 

Kartoffeln aufs Brot

Sehr beliebt sind auch "Reibekuchen" (Kartoffelpuffer) aus geriebenen, rohen Kartoffeln, Zwiebeln, Eiern und Mehl, die mit Apfelmus oder Rübenkraut verzehrt werden. Nicht selten werden sie im Bergischen Land auf eine gebutterte Scheibe Schwarzbrot gelegt.

 

"Dröppelminna"

Die Samowar-ähnliche, bauchige Kaffeekanne spendet den namensgebenden Bestandteil der Mahlzeit und bildet das Zentrum der Tafel. Aus ihrem kleinen, kunstvollen Zinnzapfhahn fließt der Kaffee nicht wirklich in die Tasse – er tropft, "dröppelt". Sie zierte bereits um 1700 jeden Kaffeetisch.

Übrigens: Hinter jeder Gasthaustür, auf der ein Schild mit der Dröppelminna prangt, können Sie im bergischen Sinne fürstlich bewirtet werden. Bringen Sie viel Zeit und Appetit mit!




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